Einleitung:
Wenn der Dienstleistungsbetrieb der Stadt Marburg (DBM) zum 25-jährigen Bestehen zum Tag der offenen Tür auf den Servicehof Am Krekel einlädt, präsentieren sich neben den städtischen Fahrzeugen auch altbekannte kommunale Beschäftigungsträger wie die Praxis gGmbH und die Integral gGmbH. Nach außen hin wird dieses Konstrukt gern als vorbildliche „soziale Integration“, „Nachhaltigkeit“ und „Chancengleichheit“ zelebriert. Doch hinter den bunten Infoständen und PR-Broschüren verbirgt sich eine Realität, die man getrost als strukturelle Ausbeutung im Behördenauftrag bezeichnen kann: Das Geschäftsmodell dieser gemeinnützigen Gesellschaften basiert zu großen Teilen auf Zwangszuweisungen von Erwerbslosen und Ein-Euro-Jobbern durch Jobcenter und Sozialämter – während reguläre, gut bezahlte Stellen bei den städtischen Betrieben systematisch blockiert werden.
Das Subventionsmodell: Zwangszuweisung statt echter Perspektive
Dass Unternehmen wie Praxis gGmbH oder Integral gGmbH seit Jahren existieren und ihre Projekte abwickeln können, liegt keineswegs an herausragender freier Marktwirtschaft.
- Abhängigkeit von Zwangsmassnahmen: Tausende Betroffene werden über behördliche Eingliederungsvereinbarungen, Androhungen von Leistungskürzungen und sogenannte Arbeitsgelegenheiten (Ein-Euro-Jobs) in diese Träger geschleust.
- Ohne Billiglöhner längst pleite: Würden Praxis und Integral ihre Arbeitskräfte zu regulären Tariflöhnen des öffentlichen Dienstes (TVöD) oder nach branchenüblichen Standards bezahlen müssen, wären diese Gesellschaften wirtschaftlich nicht überlebensfähig. Sie leben von der staatlich verordneten Verfügbarkeit von Menschen, die für eine minimale Aufwandsentschädigung harte Arbeit verrichten müssen.
- Das Feigenblatt der Eingliederung: Obwohl die Maßnahmen offiziell der „Heranführung an den ersten Arbeitsmarkt“ dienen sollen, verharren viele Teilnehmer jahrelang im Maßnahmekarussell, ohne jemals eine sozialversicherungspflichtige Festanstellung zu erreichen.
Verdrängung regulärer Jobs beim DBM: Wie städtische Arbeit entwertet wird
Besonders gravierend sind die Folgen für den regulären kommunalen Arbeitsmarkt in Marburg.
- Jobkiller für Festanstellungen: Arbeiten im Bereich Recycling, Grünpflege, Entsorgung oder Instandhaltung sind reguläre kommunale Aufgaben, die eigentlich direkt beim DBM mit anständigem Gehalt, voller sozialer Absicherung und Pensionsansprüchen angesiedelt sein müssten.
- Billige Auslagerung städtischer Pflichten: Indem die Stadt Marburg und der DBM Aufgaben an diese Beschäftigungsträger delegieren oder mit ihnen kooperieren, spart sich die Kommune vollwertige Planstellen ein. Es entsteht ein Zwei-Klassen-System: Auf der einen Seite die festangestellten Stammkräfte, auf der anderen Seite die durchgereichten Maßnahmeteilnehmer, die dieselbe Arbeit für einen Bruchteil des Geldes erledigen müssen.
- Schädigung des Arbeitsmarktes: Wo gemeinnützige Gesellschaften mit künstlich verbilligten Arbeitskräften Projekte besetzen, wird der Raum für reguläre Arbeitsplätze dauerhaft beschnitten.
Fazit: Schluss mit der Ausbeutung unter dem Deckmantel des Gemeinwohls!
Es ist Zeit, die Schönfärberei rund um den sogenannten zweiten Arbeitsmarkt in Marburg zu beenden. Wer arbeitet, hat ein Anrecht auf einen echten Tariflohn und eine reguläre Festeinstellung beim DBM statt endloser Zuweisungen in gemeinnützige Trägerketten.
Wir von den „Freien Medien Germany“ und Antenne West fordern: Schafft endlich vollwertige, gut bezahlte Jobs bei den Dienstleistungsbetrieben Marburg, anstatt Menschen in prekären Maßnahmen festzuhalten!
Besuchen Sie uns auf www.freiemediengermany.com und www.antenne-west.de – für unzensierten Lokaljournalismus, der dorthin schaut, wo die Politik schweigt! Let’s go! 💙

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